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Fidor Smart Girokonto

Zuletzt aktualisiert: 26.02.2020 | Autor: David A.

Die Fidor Bank bietet mit dem Smart Girokonto ein Privatkonto an. Dieses soll deutlich mehr können als andere Konten. Inklusive sind der Handel mit Währungen, Edelmetallen und Kryptowährungen sowie verschiedene Kredit- und Anlageprodukte. Wir haben und das Konto genauer angesehen.

Fidor Bank App
Die Smartphone-App der Fidorbank

Fidor Smart Girokonto: Leistungen und Kosten  

Das Fidor Smart Girokonto war lange ohne Kontoführungsgebühren erhältlich. Seit dem 01. November 2019 gilt allerdings eine monatliche Kontoführungspauschale in Höhe von 5 EUR. Diese wird monatlich nachschüssig belastet und dient der Fidor Bank zufolge dazu, für die Kunden „die Extrameile gehen zu können“.

Die Gebühr entfällt für alle mit einem aktiven Ratenkredit, einem Sparbrief oder einem Kapitalbrief bei der Fidor Bank.  Alle anderen Kunden können eine Erstattung der Gebühr erhalten. Dafür verlangt das Institut mehr als zehn Transaktionen pro Monat. Gezählt werden dabei:

  • Eingehende und ausgehende SEPA- und Auslandsüberweisungen, sowie Lastschriften
  • Fidor-interne Überweisungen
  • Zahlungen mit deiner Fidor Mastercard, egal, ob am Terminal, mit Fidor Pay, Apple Pay oder online
  • Fremdwährungskäufe bzw. -verkäufe
  • Kryptowährungskäufe und -verkäufe über den Bitcoin.de Expresshandel
  • Geldeinzahlungen sowie Geldauszahlungen mit Fidor Cash oder am Automaten

Kartenausstattung und Bargeldversorgung

Kunden der Fidor Bank können zwischen drei Kartenmodellen wählen. Neben einer virtuellen Mastercard stehen auch eine physische Mastercard Debit und die Fidor Smart Card zur Verfügung. Die Fidor Smart Card ist ebenfalls eine Mastercard Debit. Die Grundgebühr liegt höher als bei der anderen Mastercard – dafür sind einige Leistungen inklusive.

Die Fidor Debit Mastercard Digital steht direkt nach der Kontoeröffnung zur Verfügung. Kartennummer sowie CVC Code werden neuen Kunden im Onlinebanking mitgeteilt. Für die physische Mastercard erhebt die Bank eine monatliche Gebühr in Höhe von 1,00 EUR, für die Fidor Smart Card fallen 2,00 EUR pro Monat an.

Mit allen drei Karten ist Bezahlen mit Fidor Pay und Apple Pay möglich. Ein Auslandseinsatzentgelt fällt bei keiner der Karten an. Dafür zahlen alle Karteninhaber eine Gebühr für Transaktionen in Fremdwährung. Das Entgelt in Höhe von 1,50 % fällt für Barverfügungen genauso an wie für bargeldlose Zahlungen.

Der wesentliche Unterschied betrifft die Gebühr für Barverfügungen am Geldautomaten im In- und Ausland. Mit der einfachen Debit Mastercard fällt dabei eine Gebühr in Höhe von 3,00 EUR an. Inhaber der Smart Card können zweimal monatlich kostenlos abheben und zahlen danach 2,50 EUR.

Die Kreditkarten der Fidor Bank können auch zum Bezahlen mit Apple Pay sowie Fidor Pay genutzt werden. Fidor Pay ist eine Anwendung für Bezahlvorgänge mit Android Smartphones.

Zu Bargeldversorgung dient neben den Karten auch Fidor Cash. Dies ist eine Funktion der App. Diese ermöglicht Einzahlungen und Auszahlungen bei 12.000 Partnern in Deutschland. Dabei handelt es sich häufig um Einzelhändler wie zum Beispiel Rewe, DM oder Penny.

Der Vorgang ist sehr einfach und auch von anderen Smartphone Girokonten bekannt. Kontoinhaber generieren in ihrer App einen Barcode zeigen diesen an der Kasse vor. Der Barcode wird gescannt und die Einzahlung bzw. Auszahlung daraufhin vorgenommen und sofort auf dem Konto verbucht.

Auszahlungen sind für Beträge von 50-300 EUR möglich. Einzahlen können Kontoinhaber 50-999 EUR. Die ersten drei Auszahlungen pro Monat sind kostenlos. Ab der vierten Auszahlung fällt eine Gebühr in Höhe von 3 EUR pro Vorgang an. Einzahlungen sind bis 100 EUR pro Monat kostenlos. Für in einem Kalendermonat 100 EUR übersteigende Einzahlungsbeträge fällt eine Gebühr in Höhe von 1,75 % an.

Dispositionskredit

Die Fidor Bank richtet auf Antrag einen Dispositionskredit ein. Der Antrag kann im Onlinebanking gestellt werden. Möglich sind Kreditrahmen von 500-10.000 EUR. Beim Antrag werden neben der SCHUFA auch Umsatzdaten des Girokontos geprüft. Wer ein Gehaltskonto bei einer anderen Bank führt, kann dieses für den digitalen Einkommensnachweis nutzen. Der Sollzins beträgt 8,50 % bei quartalsweiser Zinsbelastung.

Überweisungen, Lastschriften und Kontoauszüge

Digitalisierte Kontoauszüge sind im Leistungsumfang der Kontoführung ebenso inbegriffen wie SEPA Überweisungen (eingehend und ausgehend) und die Teilnahme am Lastschriftverkehr. Für mangels Deckung nicht eingelöste Lastschriften fällt eine Gebühr in Höhe von 3,00 EUR an.

Auslandsüberweisungen (in Fremdwährung außerhalb des SEPA Raumes) kosten in den meisten Währungen 0,50 % + 0,40 EUR. Lediglich in CHF, AUD und CAD werden 0,50 % + 8,50 EUR fällig.

Ausbaufähig: Die Fidor Bank hat Echtzeitüberweisungen (SEPA Instant Payment) bislang nicht in ihr Angebot integriert.

Wie steht es um den Kundenservice?

Die am Hauptsitz in München angesiedelte Kundenbetreuung ist per Fax, E-Mail und Telefon erreichbar. Für Privat- und Geschäftskunden gibt es jeweils eigene Telefonnummern. Die Bank ist darüber hinaus über soziale Netzwerke erreichbar.

Nicht unerwähnt bleiben darf die Fidor Community. Dabei handelt es sich um eine der größten Finanzcommunities im deutschsprachigen Raum. Der Zugang ist auch ohne Konto möglich. Mitglieder können sich mit anderen austauschen, Bewertungen zu Beratern und Produkten einsehen und vieles mehr.

Ablauf der Kontoeröffnung

Das Fidor Smart Girokonto wird vollständig am Bildschirm eröffnet. Die Bank eröffnet aktuell maximal ein Smart Girokonto pro Person. Gemeinschaftskonten gibt es nicht. Direkt nach dem Abschluss der Registrierung wird die zehnstellige Kontonummer zugeteilt. Die Legitimation erfolgt mittels Videoident Verfahren. Als Partner diente der Dienstleister IDNow.

Der Login ins Konto erfolgt einem selbst festgelegten Passwort. Zur Zwei-Faktor-Authentifizierung wird zusätzlich eine TAN ans Mobiltelefon gesendet. Zwingend notwendig für die Kontoeröffnung sind deswegen eine aktuelle Mobilfunknummer sowie eine aktuelle E-Mail-Adresse. Letztere dient ebenfalls zur Bestätigung.

Eine kleine Besonderheit ist die sogenannte FIN. Die Fidor Identification Number ist eine sechsstellige Kombination aus Zahlen, Buchstaben und Sonderzeichen. Diese legen Kunden bei der Kontoeröffnung selbst fest. Die FIN dient zur Änderung von Kundendaten und zur Authentifizierung gegenüber dem Kundenservice. Kontoinhaber sollten sich die selbst gewählte FIN gut merken. Wer die Nummer vergisst, kann sie durch die Bank zurücksetzen lassen. Dafür fällt eine Gebühr in Höhe von 3,50 EUR zuzüglich Portokosten an.

Die Fidor Bank bietet eine Kontowechselhilfe gemäß § 20 Abs. 1 ZKG an. Mit dieser können Vertrags- und Zahlungspartner über die neue Bankverbindung informiert und Daueraufträge neu angelegt werden. Außerdem ist es möglich, den Saldo eines bestehenden Girokontos auf das neue Smart Girokonto bei der Fidor Bank zu überweisen. Optional besteht die Möglichkeit einer Kündigung des bisherigen Girokontos.

Blick ins Onlinebanking: Welche Funktionen gibt es?

Das Onlinebanking beinhaltet eine Reihe von Funktionen, die über Überweisungen, Lastschriften und die Verwaltung von Konto- und Kartenlimits hinausgehen. Kennzeichnend für das Angebot der Fidor Bank ist die Verknüpfung einer Vielzahl von zum Teil externen, zum Teil internen Zusatzangeboten.

Dazu gehört der Kauf von Edelmetallen, Fremdwährungen und Kryptowährungen. Im Angebot sind darüber hinaus Social Trading (über den Broker bzw. Dienstleister Ayondo), Investitionen in Crowdinvesting/Social Lending (unter anderem über Smava, Kapilendo und Giromatch), der Kauf von Gutscheinen, das Aufladen von Mobiltelefonen sowie der Abschluss einzelner Versicherungen.

Die komplette Kontoführung ist mittels Onlinebanking möglich und vorgesehen. Es gibt mobile Apps für iOS und Android.

Wer ist die Fidor Bank?

Die Fidor Bank AG mit Sitz in München wurde im Jahr 2003 gegründet und firmiert seit 2009 unter dem heutigen Namen. Die Bank wollte einst das Bankgeschäft revolutionieren. Dafür steht bis heute das Konzept einer großen Community, mit der die Bank in hohem Maße interagiert. Das Institut verfügt über eine vollwertige Banklizenz der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Seit 2016 ist die Fidor Bank im Besitz der französischen Bankengruppe BPCE. Ein Filialnetz gibt es nicht, die Zahl der Mitarbeiter liegt im zweistelligen Bereich. Die Bilanzsumme belief sich zuletzt auf knapp 1,5 Milliarden EUR.

Blick in Bewertungsportale: Was sagen die Kunden?

Wir haben einen Blick auf Bewertungen von Kunden geworfen. Auffällig: In der regulären Google Bewertung erhält die Fidor Bank AG nur 2,0 von 5,0 möglichen Sternen. Dies ist ein sehr niedriger Wert, der sich allerdings nicht nur auf das Smart Girokonto bezieht.

Die Fidor Banking App erhält im Google Play Store mit 2,7/5,0 Sternen ebenfalls eine eher unterdurchschnittliche Bewertung. Diese Durchschnittsnote basierte zum Zeitpunkt unseres Testberichts auf mehr als 4.600 Meinungen. Im App Store vergaben die Anwender eine durchschnittliche Note von 3,0/5,0 Sternen.

Häufige Vorwürfe laut unseren Recherchen in den Kommentarbereichen: Der Kundenservice sei oft schlecht erreichbar und die Software funktioniere zu häufig nicht.

Fazit: Für wen eignet sich das Fidor Smart Girokonto?

Die Fidor Bank bietet mit dem Smart Girokonto ein vollwertiges Zahlungsverkehrskonto inklusive Kartenausstattung und Anbindung an den Überweisungs- und Lastschriftverkehr. Inklusive sind kostenlose Barauszahlungen und der Zugriff auf diverse Extras wie zum Beispiel den Handel mit Kryptowährungen, Edelmetallen und Devisen. In das Konto wurden zudem Crowdlending, Social Trading und weitere Funktionen integriert.

Wer in diesen Bereichen häufiger aktiv ist, fährt mit dem Konto gut. Das Girokonto eignet sich dann als zentrales Verrechnungskonto für alle Aktivitäten in diesen Bereichen. Wer die Extras nicht benötigt, erhält ein letztlich durchschnittliches Girokonto für 5 EUR/Monat zuzüglich Gebühren für die physische Kreditkarte. Dies ist noch immer ein gutes Angebot. Einzelne Punkte sind jedoch ausbaufähig. So bietet die Fidor Bank bis heute keine Echtzeitüberweisungen an.

Für Geschäftskunden bietet die Fidor Bank ein separates Geschäftskonto an.